
Die Überzeugungen, Lebensregeln und Riten der Katharer waren der katholischen Mentalität jedoch zutiefst zuwider. Die Ablehnung der traditionellen Sakramente Taufe und Ehe sowie recht freie Sitten und Einstellungen (insbesondere zu Geld und Handel) führten zu heftigen Auseinandersetzungen mit der katholischen Geistlichkeit und war dieser ein Dorn im Auge. Die aus der Sicht der katholischen Kirche sog. "Häresie" konnte sich zunächst in den Städten, den kulturellen und wirtschaftlichen Zentren des Landes, ausbreiten. Dann fasste sie auch auf dem Lande Fuss und grosse Fürsten, wie Roger Trencavel, der Vicomte von Béziers und Carcassonne, und Graf Raymond Roger von Foix, beschützten die Katharer. Die Angst der Katharer vor der Verfolgung war gross. Mancher Parfait befürchtete, sein einmal abgelegtes Gelübde nicht einhalten zu können.
Er zog es dann vor seinem Leben ein Ende zu bereiten. Diese bewusst herbeigeführte Selbsttötung wurde als "Endura" bezeichnet. Man zog sich in eine abgeschiedene Region zurück und nahm keinerlei Nahrung mehr zu sich und verhungerte somit.
Im Jahre 1150 zog Bernhard von Clairvaux in das Gebiet bei Albi, um die Katharer zu bekehren. Angesichts seiner geringen Erfolge wurde 1179 auf dem 3. Laterankonzil entschieden, weltliche Mittel einzusetzen. Ab 1204 sandte Papst Innozenz III. drei Legaten aus, die gegen die Katharer predigten und den Grafen von Toulouse, Raymond VI., überzeugen sollten, auf die Unterstützung dieser zu verzichten. Dieser weigerte sich jedoch und wurde deshalb exkommuniziert. 1208 wurde einer der drei päpstlichen Legaten ermordet, und sogleich wurde Raymond VI. des Mordes angeklagt.
Dieser Vorfall war Auslöser für den 1. Kreuzzug gegen die Katharer, zu dem Papst Innozenz im März 1208 aufrief. Unter der Führung des Priesters Arnaud-Amaury de Citeaux und später unter Simon de Montfort vereinigten sich die Ritter der Ile-de-France, der Normandie, der Picardie, aus Flandern, der Champagne und dem Burgund sowie rheinische, friesische, bayerische und sogar österreichische Adlige. Der "heilige Krieg" sollte mehr als 20 Jahre dauern. 1209 gab es in Béziers ein Blutbad mit 30 000 Toten. Im August 1209 wurde Carcassonne belagert, Wassermangel zwang die Eingeschlossenen zu Aufgabe.