Auf diesem Wand-Fresko ist der sogenannte "westgotische Pfeiler" seitlich abgebildet! Sowohl das Ornament - wie auch die angedeutete Grösse des Steines - weisen frappante Übereinstimmungen auf!
Die seitlich am Pfeiler angebrachte Verzierung stimmt mit derjenigen auf dem Gemälde in beachtlicher Weise überein - selbst den Bezug hinsichtlich des "Tempels Salomons" erkennt man - anhand des kleinen "Tempel-Modells" über der Madonnenstatue (ebenfalls verifizierbar im Buch von Alain Féral, "Clef du royaume des morts")!
Aber - wie kann es sein, dass Delacroix mit seinem zwischen 1855 und 1861 geschaffenem Werk auf Rennes-le-Château hindeuten wollte, wenn doch dieser westgotische Pfeiler erst Jahrzehnte später verkehrt im Kirchgarten von Rennes-le-Château platziert wurde?
Oder muss man dies anders deuten?
Muss man diese Geschichte "verkehrt" betrachten? Will der geistige Erbauer der "Domäne Saunière", Abbé Henri Boudet, uns einen Wink geben wie:
"Dieser Pfeiler führt Euch zum Heliodores Wandfresko von Delacroix. Ihr wisst nun um die Art des Schatzes von Rennes-le-Château - der salomonische Tempelschatz erwartet Euch…"?!
Dies ist insofern naheliegend, finden wir doch das Siegel König Salomons in Form der gespiegelten "N" zahlreich in der Gegend um Rennes-le-Château (siehe unseren Forschungsbericht, "
Das Rätsel des gespiegelten N", vom 23. Juni 2008).
Betrachtet man weitere Werke von Delacroix, fallen einem andere Merkwürdigkeiten auf, welche von grosser Bedeutung sein könnten: In seiner "Pieta" (1850), die von der Thematik her die Darstellung Marias als "Mater Dolorosa" mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus darstellen sollte, lehnt dieser gegen einen Felsen - wir sehen hier eher das Bild eines Schwerverletzten denn eines Leichnams! Interessant ist auch die von Delacroix gemalte Augenpartie von Jesus – die Augenlieder scheinen leicht geöffnet zu sein…!
"Pieta" (1850)
Auch das 1853 erstellte Werk, "Jésus sur le lac de Génézareth", scheint Merkwürdigkeiten aufzuweisen. Man erkennt einen liegenden - scheinbar schwer kranken Jesus an Bord eines kleinen Zweimasters. Die starke Wellenbildung auf dem See Genezareth, hervorgerufen durch thermische Winde, ist legendär. Auf der anderen Seite ist uns in der Bibel keine Stelle bekannt, die diese anscheinend doch wichtige Szene beschreibt….
Jésus sur le lac de Génézareth 1853
Das gleiche Sujet (mit dem gleichen Namen) malte Delacroix bereits 1841. Auch hier ist ein gebetteter Jesus zu erkennen - wiederum verbunden mit der Darstellung eines stürmischen Meeres. Zusätzlich sticht bei diesem Gemälde ein Mann ins Auge, welcher scheinbar ein weisses Leinentuch über Bord werfen will. Hat dieses "Über-Bord-Werfen" des Tuches eine tiefere Bedeutung? Will Delacroix andeuten, dass es sich um ein Leichentuch handelt, das nicht mehr benötigt wird, da Jesus lebt? Zeigen diese Szenen etwa die Flucht eines schwer verletzten Jesus - nach der Kreuzigung - an die zerklüftete Gestade eines bestimmten Ortes im "Golfe du Lion", einer Gegend, geprägt durch die stärksten Fallwinde der Welt?
Jésus sur le lac de Génézareth 1841
Ein anderes Gemälde unbekannter Herkunft, in der Maria Himmelfahrt Kirche in Limoux, unterstreicht diese Theorie. Es zeigt Jesus als "normalen Bürger" dieses Ortes während einer Pestepidemie. Es scheint, dass nicht nur die bekannte Kirche "Notre Dame de Marceille" in Limoux bestimmte Geheimnisse verwahrt…
Nihil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
(Nichts ist so schwierig, dass es nicht erforscht werden könnte)